Aktivierung des Industriedenkmals Eiermannbau in Apolda zur Open Factory

Aktivierung des Industriedenkmals Eiermannbau in Apolda zur Open Factory
Aktivierung des Industriedenkmals Eiermannbau in Apolda zur Open Factory

Projektbeschreibung

Das Projekt ist ein modellhaftes Beispiel für eine neue Umbaukultur im StadtLand Thüringen. Nach über 20 Jahren Leerstand wurde der Standort mit einem experimentellen, ganzheitlichen Ansatz und durch einen integrierten Projektprozess neu aktiviert. Grundlage dafür war eine strategische Partnerschaft. Das kollektive Vorgehen, die gemeinsame Verantwortung und die heute vielfältigen Nutzungen machen die Open Factory zu einem beispielgebenden Modell für die Umnutzung von Bestandsgebäuden und für neue Formen kooperativer Stadt- und Regionalentwicklung. Mit großem Engagement sowie einem minimalinvasiven und ressourcenschonenden Vorgehen entstand ein nachhaltiger und bezahlbarer Ort, der lokale Wertschöpfung stärkt und neue Perspektiven für ländliche Räume aufzeigt. Heute ist die Immobilie nahezu vollständig genutzt und prägt als lebendige Nutzergemeinschaft das Veranstaltungs- und Kulturangebot der Stadt und Region.

Jurykommentar

Nach über 20 Jahren Leerstand wurde der Eiermannbau in Apolda zur Open Factory: ein Ort für Museum, Arbeit, Kultur und soziale Angebote. Das Projekt zeigt, wie Bestand durch Kooperation, reduzierte Eingriffe, intelligenten Umgang mit dem Vorhandenen und vielfältige Nutzung neu belebt und zum Vorbild für eine neue Umbaukultur wird.

Projektdaten

Ort & Kontext
kleine Mittelstadt mit rund 23.000 Einwohnern, städtische Randlage, Gewerbe- und Wohngebiet
Projekttyp
Umbau/Umnutzung
Nutzung
Bildung, Kultur, Verwaltung, Gesundheit, Tourismus/Freizeit
Nutzfläche / relevante Projektgröße in m²
6.350
Datum der Fertigstellung oder Zeitraum der Wirkung
2023/2024
Bauherrschaft
Gemischt

Beteiligte

Bauherrschaft/Investor/Träger

Partnerschaft aus Stadt Apolda, LEG Thüringen und IBA Thüringen zusammen mit den Fördermittelgebern im Rahmen des Programms Nationale Projekte des Städtebaus (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen/Bundesinstitut für Bau, Stadt- und R

Starke Kompetenz-/Finanzierungsstruktur, gemeinsame Trägerschaft mit ambitionierter Zielstellung und Modellhaftigkeit, integrierter Projektansatz/koordinierte Maßnahmen, nationale Sichtbarkeit für Thüringer Innovationsprozess, gemeinsamer Lernprozess

Team:Stadt Apolda: Rüdiger Eisenbrand, Stefan Städter, Thomas Schulz, Michaela MockLEG Thüringen: Sabine Wosche, Holger Reinhardt, Marco Holitschke, Michael SteinbrückIBA Thüringen: Marta Doehler-Behzadi, Katja Fischer, Dorothee Schmidt, Alexander S

Architektur

Eiermannbau: IBA Thüringen / Winkelbau: Planungsbüro Altenbrunn (pkt. Beratung durch: hks Architekten, Erfurt)

Innovativer Entwurfsansatz und konsequente Standardfrage durch IBA "Wie wenig ist genug", Reallabor, Pilotfläche zur Probenutzung/Lernende Planung, kooperativer Austausch über die Einzelmaßnahmen hinweg im Projektteam gesamt

Landschaft/Freiraum

Konzept: Treibhaus Landschaftsarchitekten mit Renée Tribble, Umschichten, Teleinternetcafe / Planung-Umsetzung: Station C23, Architekten und Landschaftsarchitekten / Umsetzung Pionierplattformen: raumlaborberlin

Ziel von Freiflächenkonzept & Rahmenplan war der Erhalt der wertvollen Biodiversität als Ausgangspunkt für die Entwicklung der gewerblichen Baufläche. Konzepte setzen neue Maßstäbe für nachhaltige landschaftsbezogene Entwicklung inkl. Pionierorten .

TGA/Energie

Klima- und Heizkonzept: Ingenieurbüro Hausladen, Planung-Umsetzung: IPH Ingenieurbüro Peter Hilbig

Schlüsselstrategie für die Aktivierung des Eiermannbaus: Anwendung eines konsequenten Low-Tech-Ansatzes, Zusammenspiel aus innovativem Konzept und regionaler Umsetzungskompetenz, auch als Lernprozess der Beteiligten.

Bauphysik/Nachhaltigkeit/LCA

Ressourcenschutzkonzept: ina Planungsgesellschaft

Zentrale Grundlage der Projektentwicklung, mutiges (neuartiges) Kursbuch für konsequent nachhaltige Entwicklung, Vision für ein sozial-ökologisches Miteinander, in Form von Denkanstößen, richtet sich an alle Projektbeteiligten der Open Factory

Moderation/Beteiligung

IBA Thüringen

Projektentwicklung wurde durch kontinuierliche Teilhabeformate flankiert = öffentlicher Verhandlungsraum der Baukultur, das Projekt war zugleich Adresse & Showroom des IBA-Thüringen-Gesamtprozesses und Referenz für weitere IBA-Projekte.

2016: Zukunftswerkstatt Eiermannbau Apolda, Entwicklung des Leitbilds "Open Factory", in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung2018: IBA Campus zur Basisinfrastruktur im Eiermannbau Apolda2019: 40 Tage "Hotel Egon"2020: 4 Monate "Eintritt frei", öff

Sonstiges

Leitbildentwicklung mit Finanzierungs- und Betreiberkonzept 2016: Belius GmbH / Träger- und Finanzierungskonzept 2023 ff: ArGe Konrad Braun und Leona Lynen

Finanzierungs-/Betreiberkonzept 2016 war zentrale Voraussetzung für Projektentwicklung/Immobilienkauf durch LEG/Anhandgabe an IBA; für Phase 2023 ff. wurde von der Trägerschaft (Stadt, LEG, IBA) eine zukünftige Perspektive als Immovielie erarbeitet

Die Finanzierungs- und Trägerstruktur des Projektes war/ist die zentrale Erfolgsvoraussetzung für die Aktivierung und den perspektivisch nachhaltigen Betrieb des Standorts. Ein großer Mehrwert dafür ist zudem die Kontinuität der beteiligten Träger-Partner

Bilder & Pläne

Herr Thomas Müller
© Herr Thomas Müller
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