Heizwerk Erfurt

Heizwerk Erfurt
Heizwerk Erfurt

Projektbeschreibung

Das Heizwerk ist ein städtebaulich und architektonisch prägender Bestandteil des Stadtbildes und stellt als Denkmal ein Zeugnis der ehemaligen Industriekultur Erfurts dar.
Der Erhalt des Bestandes und die Weiternutzung der Bau- und Raumsubstanz konnten durch einen pluralen und lebendigen Mix aus Kultur- und Veranstaltungsflächen, Gastronomie und modernen Arbeitswelten aktiviert werden.
Die Bausubstanz zeichnet sich durch ihren besonderen Industriecharakter aus. Der Charme der morbiden Oberflächen und Materialien, der nicht mehr genutzten Technik und deren Befestigungen und die grundsolide, stabile Tragstruktur folgten einem übergeordneten Leitbild „ALT bleibt ALT – Wie wenig ist genug?“ als Sanierungskonzept.
Der ‚Radikalität der Verwendung des puren, unverfälschten historischen Materials‘ und der ‚Einbeziehung der historischen Zeugnisse ins Konzept‘ stand die dialogische Entscheidung zum Weglassen bei allen Entscheidungen gegenüber.
Im Heizwerk entsteht das Neue im Bestehenden im respektvollen Nebeneinander. Die Materialisierung des Neuen geht über die technisch etablierten Standards hinaus.
So konnte ein besonders innovativer Ansatz als Neuinterpretation des Industrie-Sheddaches im Bogen des historischen Ziegelschildgiebels verfolgt werden. Für das Dach wurde Fichtenholz tragend und gestaltend eingesetzt.

Jurykommentar

Das frühere Heizwerk wurde als Industriedenkmal für Kultur, Gastronomie, Arbeit und Veranstaltungen geöffnet. Historische Spuren bleiben sichtbar; neue Nutzungen beleben den Bestand und seine Umgebung dauerhaft: Bestandserhalt und Umbaukultur in Reinform.

Projektdaten

Ort & Kontext
Erfurt
Projekttyp
Umbau/Umnutzung
Nutzung
Wohnen, Kultur, Verwaltung, Gewerbe, Öffentlicher Raum
Nutzfläche / relevante Projektgröße in m²
7.500
Datum der Fertigstellung oder Zeitraum der Wirkung
01.07.2021
Bauherrschaft
Privat

Beteiligte

Bauherrschaft/Investor/Träger

HEIZcraftWERK Bauherrengemeinschaft GbR

Handeln – Veränderungen einleiten und ermöglichen I
Mut l Zuversicht l Bewusster Umgang mit Ressourcen l
Proaktives und resilientes Handeln mit Allen l
Vertrauen und Kooperation gegenüber allen Planenden, Ausführenden und den Genehmigungsbehörden

Betreiber/Nutzervertretung

HEIZcraftWERK Eigentümergemeinschaft GbR & Zentralheize© by IMK GmbH

Kauf- und Teilungsvertrag mit Zielvereinbarung ("Wie wenig ist genug") I
Kuratieren der Nutzung I
Bauen ohne ‚Stand der Technik‘ durch Akzeptanz der Gegebenheiten I
Abweichungen als Regel für die Schaffung einer neuen Baukultur I

Belebt das Denkmal durch vielfältigen Nutzungsmix aus Kultur, Gastronomie und Arbeitswelten. Schafft und betreibt einen dauerhaften, urbanen Anziehungspunkt und sichert die langfristige Nutzung und öffentliche Zugänglichkeit.

Architektur

hks architekten GmbH

"Wie wenig ist genug!" I Denken – unsere komplexe Welt verstehen l Kritisches Denken l Perspektivische Fähigkeiten l Systemisches Denken l Langfristige Orientierung und Visionen l Kreativität

Erhalt von Industrie-Baukultur, minimale Eingriffe in den Bestand, gelungenes Nebeneinander von Alt und Neu, Erhält Industriecharakter, ergänzt präzise und schafft qualitätsvolle Verbindung von Bestand und Neu mit hoher baukultureller Aussagekraft.

Innenarchitektur

hks architekten BDA

Inszeniert den rohen Bestand atmosphärisch und funktional. Nutzt vorhandene Materialien, und Strukturen in Verbindung mit Lichtwirkungen für authentische, pure und selbstverständliche Wirkungen, die den industriellen Charakter in den Mittelpunkt stellen.

Tragwerk/Ingenieurbau

Zusammenwirken von 4 Tragwerksplanungsbüros für Gebäude l Brücke l Holzdach unter Tragwerksprüfung von IBK Ingenieurbüro Trabert + Partner_ Dr. Josef Trabert

Sicherung und Weiterbauen an der robusten Bestandsstruktur.
Realisierung ressourcenschonender und innovativer Interventionen aus Holz (z. B. 3-schiffiges Shed-Dach) als 'BIM-TO-Field-Prozess' und aus Stahl (z.B. die Brücke mit Pylon und Spanseilen)

Gewicht der alten 'Lorenbrücke' als Fachwerkbrücke ca. 40 To (Baujahr. 1915)Gewicht der neuen Pylon-Seil-Brücke 11,8 To (Baujahr 2021)(s.a. Anlage Bild-Plan-Gruppe 1 _ BIM-Strategie und Längsschnitt)

TGA/Energie

HKL Ingenieurgesellschaft mbH

"Wie wenig ist genug?" – Das Heizwerk war von 1885 bis 1964 eine Energieerzeugung. Das Potenzial der grauen Energie ist sichtbar. Technik wird sensibel mit dem Bestand addiert. Der effiziente Betrieb erfolgt dort, wo Bedarfe für Kälte, Wärme und Strom sind.

Die Kohleschütten (noch 6 von 8 ungenutzten mit ca. 1.200 m³ Volumen) bieten in einer weiteren Ausbaustufe das Potential für einen Solarthermischen Speicher (Salz oder Sand) der einen emissionsfreien Betrieb ermöglichen kann. Das Heizwerk wird damit selbs

Bauphysik/Nachhaltigkeit/LCA

CAALA GmbH

"Wie wenig ist genug?" - Das Heizwerk ist gebaut und erfolgreich über 100 Jahre benutzt. Das Potenzial der grauen Energie ist vollständig neu geschöpft, durch Reparaturen und Interventionen verdichtet und wird selbst zum Energiesammler.

(s.a. Anlage Bild-Plan-Gruppe 1 _ Pikto 'Graue Energie' + Energiekonzept)

Fachplanung

lichtraum3 - Büro für Lichtplanung

Ein Lichtkonzept – für die Wirkung von innen nach außen am Theaterplatz, zur Sicherung der Erschließungsräume (Fuge), zur Unterstützung der Raumatmosphären in allen Nutzungsbereichen individuell und zur Inszenierung des Bestandes und der Interventionen.

(s.a. Anlage Bild-Plan-Gruppe 2-4 _ Bilder)

Moderation/Beteiligung

hks baumanagement GmbH _ Romy Barth - Steffen Erbert - Michael Rommel

"Mit Vertrauen ans Bauen" I Zusammenarbeit - Vertrauen aufbauen und zusammenarbeiten l Beziehungen aufbauen l Inklusive Denkweise und interkulturelle Kompetenz l Gemeinsam Gestalten l Kommunizieren l Mobilisieren

"HANDS-ON-Mentalität" mit frei bestimmten Firmen und Handwerkern139 ausführende Firmen und Lieferanten wurden beauftragt und bauüberwachend betreut Bauvorbereitung April - Juni 2019Bauausführung Juli 2019 - Mai 2021schrittweise Inbetriebnahme Febr

Bilder & Pläne

Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
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