Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel

Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel
Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel

Projektbeschreibung

Der Leubinger Fürstenhügel ist der größte, noch weitgehend erhaltene, frühbronzezeitliche Grabhügel Mitteleuropas und damit eines der bedeutendsten Bodendenkmale Thüringens. In unmittelbarer Nachbarschaft, direkt an der A71 zwischen Erfurt und Sangerhausen, entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen eine zukunftsweisende Tank- und Rastanlage, die Architektur und Landschaft mit der besonderen Geschichte des Ortes verknüpft.
Die Anlage integriert eine Ausstellung sowie einen Lehrpfad und macht damit den historischen Kontext unmittelbar erfahrbar. Hervorgegangen aus einem internationalen Wettbewerb, verbindet das interdisziplinäre Konzept Architektur, Landschaftsarchitektur und Kommunikationsdesign und führt die besondere Lage mit der tradierten Funktion des Rastens zusammen.
Der architektonische Ausdruck ist auf wenige eindeutige Mittel reduziert, um dem Reisenden eine Atmosphäre der Ruhe und des Rastens zu bieten. Als Inspiration für den Entwurf diente das historisch bedeutende Langhaus, das einst in der Nachbargemeinde Dermsdorf als möglicher Fürstensitz stand.
Verbindendes Element zwischen Fürstenhügel und Gebäude ist der Zeitreiseweg, der als Fortsetzung der Ausstellung im Gebäude konzipiert wurde und zum Spaziergang in Richtung Hügel einlädt. Somit bedient die Tank- und Rastanlage im Verkehrsfluss der Autobahn den kurzen Halt, eröffnet aber auch Möglichkeiten zum Verweilen, für Ein- und Ausblicke sowie Verbindungen in die umgebende Region.

Jurykommentar

Aus einer Raststätte wird ein kultureller Anlaufpunkt: Der markante Holzbau an der A71 verbindet zeitgenössische Architektur mit der Geschichte des Leubinger Fürstenhügels. Das Zusammenspiel von Gebäude, Ausstellung und Freianlagen schafft einen außergewöhnlichen Ort zwischen Mobilität und Archäologie und beweist, wieviel mehr eine Tankstelle sein kann und dass auch Infrastruktur Baukultur sein kann - ja muss!

Projektdaten

Ort & Kontext
An der Autobahn A71 bei Sömmerda in Thüringen, in unmittelbarer Nähe des Leubinger Fürstenhügels
Projekttyp
Neubau
Nutzung
Bildung, Kultur, Gewerbe, Tourismus/Freizeit, Mobilität, Öffentlicher Raum
Nutzfläche / relevante Projektgröße in m²
772
Datum der Fertigstellung oder Zeitraum der Wirkung
2017–2021
Bauherrschaft
Gemischt

Beteiligte

Bauherrschaft/Investor/Träger

Außenanlagen: Bundesrepublik Deutschland vertreten durch Die Autobahn GmbH des Bundes, diese vertreten durch DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH/ Tank- und Rastanlage: Shell Deutschland GmbH

Zusammenarbeit mit Thüringer Landesamt für Denkmalpflege u. Archäologie und IBA Thüringen, Auslobung Wettbewerb für interdisziplinäres Konzept, das Architektur, Landschaftsarchitektur u. Kommunikationsdesign verbindet, mutige, innovative Entscheidung.

Betreiber/Nutzervertretung

Shell Deutschland GmbH

Bereitschaft, ein außergewöhnliches Konzept umzusetzen, abweichend von dem standardisierten Kompaktanlagen-Konzept.

Architektur

MONO Architekten

Interdisziplinarität, umfassende Koordination und Integration aller Projektbeteiligten für ein ganzheitliches Konzept.

Innenarchitektur

MONO Architekten/ MUS Studio (Ausstellungs- und Kommunikationsdesign, Signalethik)

Räumliche, inhaltliche und materielle Kohärenz von Architektur und Ausstellungsdesign.

Landschaft/Freiraum

Planorama Landschaftsarchitektur

Räumliche und inhaltliche Fortführung des architektonischen Konzepts, behutsame und denkmalgerechte Einbettung und Anbindung des Fürstenhügels, Zugänglichkeit und Erlebbarkeit der naturnah gestalteten Biotope und Ausgleichsflächen.

Tragwerk/Ingenieurbau

Brückner Dietz GmbH

Entwicklung einer leichten, ressourcenschonenden und rückbaubaren Stahlkonstruktion und eines stützenfreien Tankdachs.

TGA/Energie

GIG GmbH

Bauphysik/Nachhaltigkeit/LCA

ee concept

Entwicklung eines innovativen Luft-Wärmepumpen-Konzepts, Integration eines Eisspeichers (Energiespeicher).

Fachplanung

Bauleitung: KMP GmbH/ Projektsteuerung: Artelia GmbH, Hamburg/ Brandschutzplanung: Heister – Ronkartz, Hückelhoven/ Shopplanung: Planova, Zug/ Küchenplanung: HÖRSTKE Großküchen/Einrichtungen GmbH, Köln/ Ausbauplanung Sanitärbereich: Albrecht & Partner, Mü

Ausführung/Generalunternehmer

KMP GmbH

Kommunale Akteure

Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (Kooperationspartner)

Mutige, innovative Entscheidung, baubegleitende archäologische Erforschung und Freilegung des Fürstenhügels und seines Umfelds, fachliche Beratung und denkmalpflegerische Begleitung der Planung.

Einbindung der archäologischen Erkenntnisse in Ausstellung und Zeitreiseweg, Vermittlung der historischen Bedeutung des Ortes

Initiative/Verein

IBA Thüringen (Kooperationspartner)

Koordinierung aller Akteure, Beteiligungsprozess, interdisziplinärer Wettbewerb als Qualitätsmotor, Integration von Architektur, Landschaft und Kommunikation, Starker Orts- und Geschichtsbezug, Qualitätssicherung von Konzept bis Umsetzung.

Bilder & Pläne

© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Gregor Schmidt
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Thomas Müller
© Mirka Pflüger
© Mirka Pflüger
© Mirka Pflüger
© Mirka Pflüger
© André Schmidt

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