Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort
 - Defensionskaserne, Petersberg Erfurt

Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort
 - Defensionskaserne, Petersberg Erfurt
Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort
 - Defensionskaserne, Petersberg Erfurt

Projektbeschreibung

Die Defensionskaserne ist ein Haus im stetigen Wandel und eines der markantesten Gebäude der Landeshauptstadt. Das über 150 Jahre militärisch genutzte Gebäude wurde wieder zum Leben erweckt und wandelt sich zu einem lebendigen Innovationsort für Unternehmen und Startups, für Kreative und Kulturschaffende, für Wissen und Gesellschaft. In enger Abstimmung mit dem Denkmalamt und den zukünftigen Nutzern wurde der Umbau koordiniert, um Funktionalität, Qualität und Wandelbarkeit von Beginn an zu sichern.
Die architektonische Transformation folgt einem behutsamen Umgang mit dem Bestand und hebt seine räumlichen Qualitäten neu hervor. Durch die Neuordnung von Erschließung und Raumstruktur mit Aufzügen, Lufträumen, Balkonen, skulpturalen Treppen und additiven Einbauten entstehen Orientierung, Offenheit und ein klarer räumlicher Zusammenhang, während das gesamte Gebäude barrierefrei geplant und moderne Haustechnik behutsam integriert wurde.
Entstanden im historischen Umfeld ist ein Ort mit vielfältigen Nutzungen von Büro über Gastronomie bis Museum und Kreativwirtschaft, der Alt und Neu in einen inspirierenden Dialog bringt, sozialen Austausch fördert und Wandel ermöglicht. Flexible Grundrisse, langlebige Materialien und adaptive Lösungen sichern die Zukunftsfähigkeit des Ensembles und machen die Defensionskaserne zu einem Ort, der Menschen und Ideen gleichermaßen anzieht.

Jurykommentar

Wo einst militärischer Zugang beschränkt war, ist ein neuer Ort für Öffentlichkeit entstanden. Die behutsam sanierte Defensionskaserne verbindet Denkmalpflege mit zeitgemäßer Nutzung, macht den Petersberg als Kultur- und Begegnungsort neu erlebbar und zeigt, wie auch große, als unnutzbar geltende Bestandsbauten mit Mut, Weitsicht und Expertise in eine neue Nutzung überführt werden können.

Projektdaten

Ort & Kontext
Zitadelle Petersberg
Projekttyp
Sanierung
Nutzung
Bildung, Kultur, Verwaltung, Gewerbe, Tourismus/Freizeit, Öffentlicher Raum
Nutzfläche / relevante Projektgröße in m²
9.936,62
Datum der Fertigstellung oder Zeitraum der Wirkung
2025
Bauherrschaft
Privat

Beteiligte

Bauherrschaft/Investor/Träger

Frank Sonnabend

Private Entwicklung, vollständige Finanzierung durch regionale Banken; Reaktivierung eines jahrzehntelang leerstehenden Großdenkmals; wirtschaftlich tragfähige Nutzung; Schließen des letzten Bausteins Petersberg, Zusammenführung Projektbeteiligte

Architektur

herrschmidt architekten BDA, Thomas Schmidt

Radikaler Respekt vor Bestand; klare Trennung Alt/Neu; präzise Eingriffe statt Überformung; neue Nutzungsschicht stärkt Raumlogik und Lesbarkeit aller Zeitebenen.

Landschaft/Freiraum

Landschaftsarchitektin - Aischa Vogel

Neuordnung der Außenanlagen; klare Strukturierung von Erschließung und Aufenthalt; Integration notwendiger Stellplätze ohne Dominanz; gezielte Baumpflanzungen stärken Mikroklima und Aufenthaltsqualität; funktionale Ergänzung des Bestandsraums.

Tragwerk/Ingenieurbau

Ingenieurbüro für Baustatik, Ludger Hottenrott

Minimalinvasive statische Ertüchtigung im Bestand; Erhalt der historischen Tragstruktur; Eingriffe nur wo zwingend erforderlich; Integration neuer Lasten ohne Überformung; Sicherung der Dauerhaftigkeit bei maximaler Substanzschonung.

TGA/Energie

IBS Planungsbüro für Haustechnik GmbH, Christoph Steube

Subtile Integration moderner Haustechnik in den Bestand; flächendeckende Fußbodenheizung und Fernwärmeanschluss für hohe Energieeffizienz; zurückhaltende Leitungsführung ohne Beeinträchtigung der Substanz; präzise Planung im Spannungsfeld von Nutzung.

Bauphysik/Nachhaltigkeit/LCA

CARSTEN EICHHOLZ - architektur - energieberatung

Energetische Optimierung im Denkmal unter strengen Randbedingungen; Entwicklung eines Effizienzhaus-Denkmal-Konzepts; Abwägung zwischen Substanzerhalt und Energieeffizienz; bauphysikalisch sichere Lösungen zur Vermeidung von Schäden im Bestand.

Fachplanung

FIREHEYER Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz, Maik Heyer

Hochkomplexer Brandschutz im Denkmal; Entwicklung tragfähiger Lösungen ohne räumliche Beeinträchtigung; Sicherstellung der Nutzung bei maximalem Substanzerhalt.

Ausführung/Generalunternehmer

Wilfried Lorenz GmbH & Co. KG

Qualitätssicherung im Sanierungs- und Umbauprozess; Beachtung der Wiederverwendbarkeit historischer Baustoffe; nachhaltige Detailkultur; Wahrung fachgerechter Kreislaufwirtschaft; Koordinierung aller ausführenden Gewerke; kostenorientierte Ausführung.

Sonstiges

LDA Licht OHG

Präzise Lichtführung zur Herausarbeitung der historischen Raumstruktur; zurückhaltende Integration in den Bestand; energieeffiziente, blendfreie Beleuchtung; Materialien und Eingriffe; Balance zwischen Atmosphäre, Orientierung und Nutzung.

Lichtplanung / Beleuchtungskonzept

Bilder & Pläne

Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
© Herr Steven Neukirch
Herr Steven Neukirch
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Frau Susann Nürnberger
© Frau Susann Nürnberger

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